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Vom Frachtbehälter zur individuellen Wohneinheit

Container sind die mobilen Raumsysteme der Zukunft

Im internationalen Transportgeschäft sind Container unersetzlich. Hunderttausende der genormten Frachtbehälter reisen täglich auf speziellen Container-Schiffen über die Meere, Schienen und Straßen auf der ganzen Welt. Agierten vor über 60 Jahren noch so genannte Stauer, die für das Be- und Entladen der Schiffe verantwortlich waren, löste der Einsatz von Containern diesen kosten- und zeitaufwendigen Arbeitsvorgang ab. Als Erfinder dieser Transportform gilt der amerikanische Spediteur Malcolm McLean, der Anfang der 50er Jahre mit seinen kastenförmigen Modulen die Logistikbranche revolutioniert und den internationalen Austausch von Waren enorm vereinfacht hat. Heutzutage sind die rechteckigen Kisten jedoch weit mehr als reine Frachtbehälter zum Transport von Waren oder Gütern. Sie sind moderne, flexibel einsetzbare Raumsysteme, die individuell ausgestattet heute auch als Wohn-, Stau-, Verkaufs- und Büroraum sowie als Sanitäranlage auf Großevents dienen. Aber auch als individueller Showroom auf Messen oder in der Architektur kommen Container heute zum Einsatz.

Insbesondere als kostengünstiger Wohnraum sind Container schon seit einigen Jahren besonders auf Baustellen sehr beliebt. Hier dienen sie, je nach Größe des jeweiligen Bauprojektes, vor allem als Büro- und Mannschaftscontainer für die Mitarbeiter vor Ort. Je nach Kundenwunsch können die Raumsysteme individuell ausgestattet werden. Dabei gehören eine Heizung oder Klimaanlage sowie die entsprechende Möblierung zum gängigen Standard. Je nach Bedarf sind hier jedoch verschiedenste Variationen möglich. Ob spezielle Umkleidecontainer mit Möbeln und Doppelspinden, oder fertig eingerichtete Küchencontainer mit Kühlschrank, Kochplatten und Spüle: Dies ist heutzutage kein Problem mehr. Zusätzlich gehören auf Baustellen ebenfalls funktionale Sanitärcontainer mit Dusche, Waschbecken und WC zur Standardleistung von Full-Service Logistikern wie der Spedition Baumann. „Auch wenn viele Leute es nicht für möglich halten – aber die Ausstattung der Containeranlagen auf Baustellen hat mit den Jahren stetig zugenommen. Auf Wunsch können wir heute Container komplett individuell einrichten, so dass der Unterschied zu den eigenen vier Wänden immer kleiner wird“, sagt Helmut Baumann, Geschäftsführer der Spedition Baumann.

„Anforderungen wie moderne Bürogebäude“
Darüber hinaus sind Container in den unterschiedlichsten Größen und Ausstattungen auch immer häufiger als Büro- oder Verkaufsraum eine kostengünstige Alternative. Denn mittels der neuesten Technik und dem Know-how der Container-Planer stehen die multifunktionalen Raumsysteme üblichen Wohn- und Verkaufseinheiten in punkto Komfort und Funktionalität in nichts mehr nach. Auch bei Größe und Umfang sind keine Grenzen gesetzt, wie beim Schulungszentrum der Lufthansa am Frankfurter Flughafen zu sehen ist. Hier hat Baumann Container Raumsysteme eine aus über 60 Modulen bestehende Anlage installiert, welche die Fluggesellschaft dauerhaft für die Ausbildung ihrer Piloten und Flugbegleiter nutzt. Ist anhand der Fassade grade noch erkennbar, dass es sich um handelsübliche Container handelt, so ist davon bei einem Blick ins Innenleben der Anlage keine Rede mehr. Hell, geräumig und modern wirken die Büro- und Schulungsräume, in denen die Mitarbeiter der Lufthansa arbeiten und lernen. „Große Anlagen, wie das Lufthansa Flight Training-Schulungszentrum müssen umfassend geplant werden“, weiß Helmut Baumann. Denn die Anforderungen, die derartige Raumsysteme erfüllen müssen, entsprechen denen von modernen Bürogebäuden. Neben Sanitär- und Kücheninstallationen geht es hier vor allem um den Einbau moderner IT- und Kommunikationstechnik sowie Heizungsanlagen, Lüftungssysteme und Fenstereinheiten“, so Baumann weiter. Neben diversen Großprojekten versorgt Baumann Container Raumsysteme ebenfalls kleine und mittelständische Unternehmen mit seiner Serviceleistung. Nicht nur, wenn durch einen Gebäudeschaden schnell eine alternative Raumlösung gesucht wird, sind Container eine große Hilfe – auch langfristige Geschäftskonzepte bauen auf die kostengünstigen und mobilen Raumwunder.

Container als individueller Showroom bei Events
Der Container-Einsatz im Event- und Messebereich erfordert in der Regel genaue Planungsvorbereitungen. Denn die Ausstattung der Container gestaltet sich hier oftmals sehr spezifisch. Vom komplett verglasten Raumsystem auf dem LKW für die Roadshow bis hin zum individuell gestalteten Showroom auf der Messe haben die Anlagenbauer von Baumann alles im Portfolio. Im Bereich Großevents sind darüber hinaus häufig umfassende Sanitäranlagen für die Gäste sowie Büro- und Übernachtungsanlagen für die Mitarbeiter von den Kunden gefragt. In diesem Fall spielen besonders der oft enge Zeitrahmen und der logistische Aufwand eine entscheidende Rolle. „Als Full-Service Logistik-Dienstleister, der sich mitunter auf das Containergeschäft spezialisiert hat, bieten wir alle Serviceleistungen aus einer Hand – von der Planung und Anlieferung, über die Montage vor Ort bis hin zur Abholung“, sagt Helmut Baumann. Auch die kurzfristige Lieferung großer Mengen an Containern und Spezialequipment in einem engen Zeitfenster ist für das Bonner Unternehmen kein Problem.

Der Siegeszug des Containers hält weiter an
Als der Spediteur und „Vater“ des Containers, Malcolm McLean, Anfang der 50er Jahre durch die Erfindung des kastenförmigen Aufbaus den Grundstein für die Revolution der Logistikbranche legte, dachte er wahrscheinlich nicht daran, dass dieser Behälter eines Tages als multifunktionaler Wohnraum Verwendung finden würde. Denn schon für seine Grundidee fand er zunächst keine Anhänger und gründete
daraufhin seine eigene Reederei namens „Sea Land“. Doch mit der Zeit erkannte die Transportwirtschaft die Vorteile der zuvor verhöhnten „Blechkiste“ und passte Ihre Verkehrsmittel durch den Bau immer größerer Spezialschiffe dem Container an. Der Name „Sea Land“ existierte nur noch bis Ende der 90er Jahre und verschwand dann durch den Verkauf an die dänische Reederei Maersk. Doch das ständig weiter  entwickelte Konzept des Containers von Malcolm McLean ist bis heute geblieben. Angesichts seiner vielfältigen Nutzung als Raumsystem kann inzwischen von der zweiten Evolutionsstufe des Containers gesprochen werden. Betrachtet man darüber hinaus die futuristisch anmutenden Container-Bauprojekte in der Architektur, scheint sicher, dass der Siegeszug des Containers noch lange nicht beendet ist. Malcolm McLean konnte sich über diese Entwicklung ebenfalls noch freuen. Er starb erst im Mai 2001 im Alter von 87 Jahren.